ADHS. Eine Begabung?! Teil 3

Hyperaktivität

Die Hyperaktivität

Das dritte Symptom von ADHS ist die Hyperaktivität. Die betroffenen Kinder bewegen sich also übermäßig viel. „Übermäßig“ ist natürlich relativ und hängt sehr vom Auge des Betrachters und der Situation ab.
Es klingt wie ein Vorurteil, stimmt aber:  Jungen haben einen höheren Bewegungsdrang als Mädchen. Damit hängt sicherlich zusammen, dass Jungen bis zu viermal häufiger mit ADHS diagnostiziert als Mädchen.
Ein weiteres Beispiel: In südlichen Ländern haben die Menschen ein lebhafteres Temperament als in nördlichen Regionen. Die feurigen Südländer… Emotionalität und Lebendigkeit sind dort normal. Folglich werden zum Beispiel in Italien  weniger Kinder mit ADHS diagnostiziert als in Deutschland.

Der Zusammenhang wird deutlich: Ob Aktivität noch akzeptabel ist, oder ob sie zur störenden Hyperaktivität wird, hängt also stark vom Umfeld ab.

Polly

Seit ein paar Wochen lebt Polly, ein Kätzchen in unserer Familie. Ihr Alter können wir nur schätzen, denn sie kam als „Findelkind“ zu uns. Polly wird jetzt ungefähr zwölf Wochen alt sein. Wir sind alle sehr verliebt in sie.

Ich erzähle von Polly, weil es so spannend ist, zu beobachten, wie sie mehr und mehr ihren Lebensraum erkundet. Nachdem sie ihre erste Scheu überwunden hat, flitzt sie jetzt wie ein geölter Blitz durchs ganze Haus, klettert die Vorhänge hinauf und springt über Tisch und Bänke. Ein ganz normales Verhalten für ein lebhaftes Katzenkind.

Warum sollte das bei Menschenkindern anders sein? Auch unsere Kinder wollen sich erproben und ihre Lebendigkeit ausdrücken. Ein normales und gesundes Verhalten. Es wäre beunruhigend, wenn es anders wäre.

Das Temperament

Die Bewegungslust ist natürlich nicht bei jedem Kind gleich. Sie hängt vom Temperament des Kindes ab. Natürlich gibt es ruhige und sehr lebhafte Kinder und viele Ausprägungen dazwischen.

Jetzt geht es wieder einmal darum, unser Kind genau zu beobachten und kennenzulernen: Wie ist sein Naturell, und was braucht es, um in seinem Element zu sein?

Wenn wir unser lebhaftes Kind allzu häufig dazu bringen wollen, still zu sein, wird es darunter leiden. Es muss dann seinen  natürlichen Bewegungsdrang unterdrücken, und das kann auf Dauer nicht gut gehen. Früher oder später wird das Kind auf den inneren Druck reagieren und auf seine unterdrückten Bedürfnisse aufmerksam machen. Das kann sich in Hibbeligkeit, Aufsässigkeit oder eben Hyperaktivität äußern.
Schnell denken wir dann, dass das Kind sich unangemessen verhält. Dabei  will es uns nur auf seine unerfüllten Bedürfnisse aufmerksam machen.

Die Bedürfnisse von uns Eltern sind wichtig

Bei allem Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder glaube ich, dass wir einem Kind nicht alles durchgehen lassen sollten. Es gibt Situationen, wo sich Kinder für eine Weile den Bedürfnissen der Erwachsenen unterordnen können und sollten.
So sind Kinder durchaus in der Lage, im Restaurant eine Stunde ruhig am Tisch zu sitzen oder beim Museumsbesuch nicht durch die Gänge zu flitzen.

Natürlich wollen wir diese Situationen auf ein gesundes Maß begrenzen. Gleichzeitig sollten wir Eltern unsere Bedürfnisse nicht komplett aufgeben und uns nicht aufopfern für unsere Kinder.  Auf diese Weise kommen alle, Eltern und Kinder, zu ihrem Recht.

Stärken in der Hyperaktivität

Hyperaktivität ist anstrengend

Ein Kind, das ständig in Bewegung und energiegeladen ist,  strengt  uns Eltern mächtig an.
Hyperaktivität äußert sich nämlich nicht nur im hohen Bewegungsdrang, sondern auch darin, dass das Kind oft von einer Tätigkeit zur nächsten wechselt, ohne die erste abgeschlossen zu haben. Ein „ADHS- Kind“ mit seinen offenen Sinnen entdeckt immer wieder spannende Dinge, die seine Aufmerksamkeit fesseln…
Diese Sprunghaftigkeit  könnte tatsächlich zu Schwierigkeiten in der Schule und im Berufsleben führen. Manchmal müssen eben  ungeliebte, „langweilige“ Tätigkeiten erledigt werden. Die gehören leider zum Leben dazu…
Auch hyperaktive Kinder können bis zu einem gewissen Grad lernen, sich zu fokussieren und disziplinierter zu werden. Hierbei dürfen wir Eltern sie unterstützen. Gerade „ADHS-Kinder“ benötigen klare Strukturen und eine liebevolle Anleitung, damit sie sich nicht verzetteln.

Die Stärken in der Hyperaktivität

Stehaufmännchen-Mentalität

Nach Niederlagen stehen „ADHS-Kinder“ schnell wieder auf und starten mit dem nächsten Projekt. Sie lassen sich so schnell nicht unterkriegen.

Unter Zeitdruck gute Ergebnisse bringen

ADHS-Kinder neigen zur Aufschieberitis, zum Prokrastinieren. Aber sie bekommen Dinge auf den letzten Drücker geregelt. Oft laufen sie erst dann zu Höchstleistungen auf. 

Improvisationstalent

Ihre mangelnde Planungsfähigkeit machen ADHS-Kinder durch ihr Improvisationstalent wett.

Stark in herausfordernden Situationen

In richtig stressigen Momenten, die andere an ihre Grenzen bringen, sind ADHS-Kinder hellwach und konzentriert.

Fazit: Die Hyperaktivität hat also durchaus ihre starken Seiten. Machen wir was draus!

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