Emotional kompetent mit ADHS!

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Emotionen?

Jeder hat sie und doch wissen wir meist nicht besonders viel darüber. Jedenfalls machen uns Emotionen lebendig und bringen Farbe in unser Leben. Wir spüren sie im ganzen Körper: Manchmal sind wir gelähmt vor Angst, erröten vor Scham, machen Luftsprünge vor Freude und sind blind vor lauter Wut. Unsere Emotionen bahnen sich über unsere Körpersprache, Mimik und Verhalten ihren Weg nach außen. Wusstest du, dass das Wort Emotion aus dem Lateinischen kommt?  Ex movere. Das bedeutet: hinaus bewegen.

Kinder mit ADHS haben besonders intensive Emotionen. Das ist wunderbar und gleichzeitig herausfordernd. Damit du die Gefühle und das Verhalten deines Kindes besser einordnen kannst, hilft es, wenn du etwas über Emotionen weißt. 

Emotionen helfen uns dabei, Situationen einzuschätzen und bestimmen oft unser Verhalten:

  • Vor lauter Angst tun wir manche Dinge lieber nicht.
  • Oder wir verlassen wütend einen Raum mitten im Gespräch.
  • Wenn wir überfordert sind, kann es passieren, dass wir unseren Partner oder unser Kind anschreien.
  • Bestimmte Situationen lassen Emotionen in uns aufsteigen: Eine bevorstehende Prüfung oder ein Monster im Kinderzimmer, das sich als der Stuhl entpuppt.
  • Schlimme Nachrichten im Fernsehen lösen Angst aus.
  • Und der berühmte Säbelzahntiger ist heute noch in unserem Unterbewusstsein aktiv. Sein Anblick ließ das Blut unserer Vorfahren aus dem Gehirn in die Muskeln strömen und bereitete sie auf Kampf, Flucht oder Erstarren vor. Dieser Mechanismus aus grauen Vorzeiten ist heute noch in uns aktiv, obwohl er in unserem Leben in den seltensten Fällen wirklich angebracht ist.

Emotionen sind von Geburt an in uns angelegt

Die Basisemotionen Freude, Wut, Ekel, Angst, Kummer, Überraschung und Verachtung sind schon als Babys in uns angelegt und in allen Kulturen der Erde gleich. Überall auf der Erde fühlen Menschen gleich und zeigen dieselbe Mimik.

Die sogenannten Sekundäremotionen entwickeln sich später. Aber schon im zweiten Lebensjahr können Baby mitfühlend, neidisch oder verlegen sein. Scham und Stolz entwickeln sich im dritten Lebensjahr. Denn dann haben die Kleinen bereits soziale Regeln kennengelernt und können sich für ihr Tun verantwortlich fühlen. Das gilt für alle Kinder, auch für Kinder mit ADHS oder einem besonders lebhaften Temperament.

Emotionale Kompetenz und ADHS

Besonders intensiven Kindern mit ADHS oder hochsensiblen Kindern fällt es schwerer, ihre Emotionen zu regulieren. Sie werden schnell von ihren Emotionen überschwemmt und reagieren dann unbedacht und heftig.

Ihre Impulsivität bringt ihnen leider häufig Schwierigkeiten ein: Andere fühlen sich von den heftigen Reaktionen abgeschreckt. Dadurch werden sie von anderen Kindern gemieden, und auch Erwachsene sind von den intensiven Gefühlsäußerungen überfordert. Aber auch die Kinder selbst leiden unter ihren Wutanfällen und schämen sich im Nachhinein dafür.

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Was ist eigentlich emotionale Kompetenz?

Ein Kind ist sozial kompetent, wenn es …

  • sich seiner Gefühle bewusst ist
  • seine Gefühle ausdrücken kann, zuerst körperlich, später auch mit Worten
  • emotionale Signale von anderen erkennt und sie verstehen kann -> Empathie
  • seine Gefühle steuern und regulieren kann

Emotionale Kompetenz in der Kindheit

Ein Kind erwirbt emotionale Kompetenz bereits in den ersten sechs Lebensjahren und entwickelt sie weiter während der gesamten Grundschulzeit und natürlich auch noch später.  Im Grunde ist es ein Prozess, der das ganze Leben lang andauert.

Ein Kind, das sich emotional kompetent verhält, wird von anderen Kindern anerkannt und geschätzt. Ihm fällt es also leicht, Freundschaften zu schließen. Gleichzeitig machen seine ganz persönlichen Emotionen ein Kind einzigartig, kreativ und lebendig.

Emotionen sind auch unser Antrieb, sie motivieren uns, etwas zu tun. Emotionen sind also unsere Freunde und wollen etwas Gutes für uns. Deshalb geht es nicht darum, Emotionen zu unterbinden, sondern einem Kind dabei zu helfen, auch starke Emotionen auf eine respektvolle und verträgliche Art auszudrücken.

Gefühlen sollten ausgedrückt werden

Erst gegen Ende des zweiten Lebensjahrs können Kinder ihre Gefühle benennen: „Johannes ist traurig.“, „Anne ist wütend.“ Bereits mit zwei, drei Jahren beginnen Kinder, andere Menschen durch Worte zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Mit vier oder fünf können sie „schwierige“ Gefühle wie Wut oder Traurigkeit unterdrücken.

Weil diese Gefühle in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert sind, zeigen sie nicht nach außen. Leider! Denn das Unterdrücken von Gefühlen lässt sie nicht verschwinden. Die Kinder lernen, sich nicht authentisch zu zeigen, und das kann Folgen haben: Viele psychosomatische Krankheiten oder emotionale Probleme haben ihre Wurzeln im Unterdrücken unserer Gefühle.

Wir Erwachsenen können unseren Kinder dabei helfen, ihre Gefühle zu benennen, einzuordnen, zu verstehen und Gefühlsausbrüchen rechtzeitig vorzubeugen.

Das können wir sagen:

  • „Du fühlst dich wütend, weil deine Schwester dir dein Spielzeug weggenommen hat.“
  • „Wahrscheinlich bist du enttäuscht, weil wir heute doch nicht in den Zoo gehen.“
  • „Du fühlst dich traurig, weil du dein Kuscheltier verloren hast.“
  • „Heute war ein anstrengender Tag. Komm, wir essen etwas und ruhen uns aus. Dann fühlst du dich bald wieder besser.“

Gefühle regulieren lernen

Ein Kind lernt seine Gefühle zu steuern, wenn seine Eltern und Bezugspersonen gegenüber jedem Gefühl offen sind. Kein Gefühl ist gut oder schlecht! Auch die Erwachsenen dürfen und sollten ihre Gefühle zulassen, sie zeigen und darüber sprechen. Dadurch erlebt das Kind, dass Gefühle natürlich und erlaubt sind.

Denn wenn bestimmte Gefühle nicht ausgedrückt werden, kann das Kind sie auch in sich nicht erkennen. Es erlebt nur diffuse Empfindungen, die unaussprechlich sind. Je nach seinen Temperament unterdrückt das Kind diese Empfindungen, oder sie stauen sich an und kochen dann irgendwann hoch.

Wird ein Kind für gewisse, erwünschte Emotionen gelobt und für andere bestraft, kann es sich und seine Bedürfnisse nicht mehr spüren. Es verhält sich so, wie es von anderen erwartet wird, auch wenn das mit den eigenen ursprünglichen Empfindungen nichts zu tun hat.

Ab dem Grundschulalter können Jungs und Mädchen Emotionen bewusst vortäuschen. Vor allem vor Gleichaltrigen wenn sie sich unsicher fühlen.  Bei ihren Eltern gelingt es ihnen weniger gut. Zum Glück sind sie zu Hause viel authentischer!

Passt der Gefühlsausbruch zur Situation?

Kinder mit ADHS leben ihre Gefühle oft körperlich aus. Wenn sie sich freuen, reiben sie ihre Hände oder vollführen einen Luftsprung. Bei Wut stampfen sie auf oder werfen Gegenstände. Das alles ist ganz normal, und es sind Reaktionen, Gefühle auszuleben. Nun kann es gefährlich sein, einen Teller oder ein Spielzeugauto durch die Gegend zu werfen. Dieses Verhalten wollen wir nicht haben.

Damit unser Nachwuchs lernt, seine Gefühle in einer Situation angemessen auszudrücken, sprechen wir einfach mit ihm darüber:

  • „Wie könnten andere Menschen einen Gefühlsausbruch aufnehmen?“
  • „Auf welche Weise könnte das Gefühl freundlicher ausgedrückt werden?“
  • „Wie könnte das Gefühl in Worten ausgedrückt werden?“

Ganz wichtig ist dabei unsere Vorbildfunktion, denn Kinder lernen ganz viel durch Nachmachen. Also sind wir Großen gefragt, auch unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu erfüllen.

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