ADHS. Eine Begabung?! Teil 2

ADHS_Impulsivität

Impulsiv oder wahrnehmungsstark?

Der zweite große Bereich von „ADHS“ ist die Impulsivität.
Wie kommt es zu dieser Impulsivität?
Die Kinder nehmen alles in ihrer Umgebung blitzschnell wahr und reagieren sofort darauf. Sie haben wesentlich empfindlichere Sensoren als „normale“ Kinder. Ihnen entgeht einfach nichts.
Bestimmt warst du schon mal mit deinem Kind im Wald und konntest beobachten, welche seltsamen Pflanzen, Pilze und winzigen Insekten dein Kind entdeckt hat? Und mit welchem Feuereifer es dabei war!
In früheren Zeiten war diese extreme Aufmerksamkeit eine Begabung. Als Jäger und Sammler waren diese Menschen hervorragend an die Welt angepasst.

Still sitzen

Heute ist das anders: Kinder müssen viele Stunden ruhig auf dem Stuhl in der Schule verbringen und sich voll auf den theoretischen Unterrichtsstoff konzentrieren. Kinder, denen das gelingt, kommen meistens gut zurecht in der Schule.
Die reizoffenen, wahrnehmungsstarken Kinder können diese Anforderung nicht erfüllen. Mit ihrem Temperament sind sie nicht dafür geschaffen, Außenreize auszublenden und sich längere Zeit auf eine vorgegebene, langweilige Aufgabe zu konzentrieren.
Ein weiteres Problem ist, dass sie oft herausplatzen und reinreden, weil sie nicht warten können, bis sie an der Reihe sind. Das kommt natürlich nicht gut an bei den Lehrern und den Mitschülern.

„Streng dich heute an, damit du später was wirst!“

Mit dieser Aufforderung können impulsive Kinder nicht viel anfangen. Bei ihnen muss eine Handlung und Anstrengung unmittelbar ein Ergebnis zeigen, sonst verlieren sie rasch die Motivation.
Etwas mit den Händen herstellen, Malen oder ein Musikinstrument üben – eine Aufgabe, die sie selbst gewählt haben – kann ihnen große Befriedigung bereiten. Selbst wenn zunächst nur kleine Teilschritte erreicht werden, ist der Fortschritt sichtbar und fühlbar. Die Kinder erleben unmittelbar, dass sie etwas geschafft haben und wirksam waren.

Heute ist es in den meisten Bereichen des Lebens notwendig, seine inneren Impulse steuern zu können und sich anzustrengen für eine Belohnung, die erst viel später eintritt. Diese Menschen sind in der Regel erfolgreicher im Leben. Das sagt zumindest der Marshmallow-Test, der inzwischen allerdings umstritten ist.

Marshmallow Test

Falls du den Marshmallowtest noch nicht kennst:
Ein Vorschulkind soll alleine in einem Raum darauf warten, dass seine Eltern wieder hereinkommen. Auf dem Tisch steht ein Teller mit einem Marshmallow.
Die Spielregeln: Wenn das Kind es  schafft, bis zur Rückkehr der Eltern den Marshmallow nicht zu essen, erhält es zur Belohnung einen zweiten.
Viele Kinder können der Versuchung nicht lange widerstehen und essen den Marshmallow sofort auf. Diese Sekunden oder Minuten sollen viel über ihr späteres Leben aussagen: beruflichen Erfolg, Sozialverhalten, bis hin zu Drogenproblemen. Das ist zumindest die Aussage des Experiments des amerikanischen Psychologen Walter Mischel. Der Test, so dachte man, erfasse mit der Fähigkeit zum „Belohnungsaufschub“ auch die Fähigkeit zur Selbstkontrolle.

Nicht sofort reagieren zu müssen, kann erlernt werden

Inzwischen hat man herausgefunden, dass das nicht stimmt. Entscheidend für Erfolg ist, dass Techniken vermittelt werden, mit denen das Kind der Versuchung widerstehen kann. Nicht sofort reagieren zu müssen, kann erlernt werden.
Wenn ein Kind einer Versuchung nicht lange widerstehen kann, sollte man das also nicht überbewerten.

Impulsiv oder wahrnehmungsstark

Wahrnehmungsstark erfolgreich

Hoch reaktive Kinder spüren viel. Sie nehmen Stimmungen und Tendenzen früher war, als andere Kinder. Dies hilft ihnen dabei, Situationen schnell einzuschätzen und zu reagieren. In stressigen Situationen, wo andere den Kopf verlieren, reagieren sie besonnen und mit Blick für das, was getan werden muss. 

Den Kindern Verantwortung übertragen

Wenn wir diesen Kindern Verantwortung übertragen, laufen sie zu Hochform auf.

Lernen am Modell

Reaktionsstarke Kinder lernen am besten am Modell. Vormachen, mitmachen, selber machen.
Sie lernen durchs Tun und sind motiviert und erfolgreich, wenn sie einen sofortigen Nutzen und Erfolg  sehen.

Praktische Aufgaben

Konkrete, praktische Aufgaben liegen diesen Kinder viel mehr als Theorie.

Wenn die Kinder nicht das Glück haben, auf verständige, weitblickende Lehrer zu treffen, kann die Schulzeit für sie sehr belastend sein. Das gegenwärtige Schulsystem passt einfach nicht für diese Kinder.
Da hilft es nur, das Beste daraus zu machen und für Ausgleich in der Freizeit zu sorgen. Allzu viel Sorgen solltest wir uns wegen der Schulleistungen nicht machen, es gibt viele Wege zu einer erfolgreichen Zukunft. So sind manche Kinder in einer praxisnahen Ausbildung glücklicher. Wenn sie dann ihr Berufsziel erkannt haben, sind auch das Abitur und ein Studium keine Hindernisse mehr.

Dünnhäutige Kinder schützen

„ADHS-Kinder“ sind sehr reizoffen und lassen alles, was um sie herum geschieht, ungefiltert in sich hinein. Weil ihr Nervensystem schnell überreizt ist, müssen wir Freiräume für sie schaffen, wo die Kinder abschalten und ihren Interessen nachgehen können.

Den Kindern tut es sehr gut, wenn wir mit ihnen in die Natur gehen. Es reicht schon ein kleiner Spaziergang im Park oder durch den Wald. Hier gibt es viel zu entdecken, und das Grün beruhigt und spendet neue Energie.
Studien haben gezeigt, dass sich durch den Aufenthalt im Wald Angstzustände, Depressionen und Wut verringern, Stresshormone werden abgebaut, und die Vitalität steigt. Der Aufenthalt im Wald tut einfach gut! Uns und unseren Kindern.

Glaube mir, denn ich habe es erfahren.
Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern.
Bäume und Steine werden dich lehren, 
was du von keinem Lehrmeister hörst.“
(Bernhard von Clairvaux)

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