Erziehen ohne Schreien

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Ein sicherer Rahmen für die Kinder

Natürlich wollen wir unseren Kinder auf Augenhöhe und respektvoll begegnen. Die Wünsche unserer Kinder nehmen wir wichtig und stellen dafür unsere eigenen Bedürfnisse manches Mal zurück. 

Aber ab und zu müssen wir uns durchsetzen, deshalb erwarten wir, dass unsere Kinder auf uns hören. Das ist total berechtigt, denn als Eltern geben wir die Richtung und die Grenzen vor. Durch unseren erzieherischen Rahmen stellen wir sicher, dass unsere Kinder gemäß unserer Werte aufwachsen.
Der Rahmen gibt den Kindern Sicherheit und Halt. Innerhalb des Rahmens sind wir großzügig. Unsere Kinder genießen viele Freiheiten, die sie auch brauchen, damit sie ihren eigenen Weg finden und sich ihre Persönlichkeit entfalten kann. Je älter unser Kind wird, umso weiter wird der Rahmen, bis er eines Tages überflüssig wird.

Wenn wir auf taube Ohren stoßen

Was passiert, wenn wir Eltern uns durchsetzen wollen? Wie können wir uns verhalten, wenn unser Kind selbst nach der fünften Bitte nicht reagiert? Wenn wir auf taube Ohren stoßen? 
Einmal freundlich, zweimal freundlich, dreimal freundlich, aber das Kind reagiert nicht… Es hört nicht, sondern ignoriert uns einfach!
Da kann schon mal die Wut in uns hochkochen. Wir werden immer lauter, wir drohen, und am Ende schreien wir eben los. Das wirkt dann wenigstens.
Am Schluss weint das Kind, wir sind frustriert und fühlen uns als Versager. So wollten wir uns als Eltern nie verhalten!

Nehmen wir diesen „Erziehungsstil“ unter die Lupe

Wohin führt es, wenn wir unser Kind anbrüllen müssen, damit es endlich tut, was wir von ihm wollen?
Es führt dazu, dass wir erschöpft sind, ein schlechtes Gewissen haben und uns als Versager fühlen.
Noch gravierender ist, dass unser Kind lernt, dass Brüllen zum Erfolg führt. Dass es sich mit Gewalt durchsetzen kann. So wird aggressives Verhalten geradezu antrainiert. Unser Kind wird sich seinen jüngeren Geschwistern und anderen Kindern gegenüber genauso verhalten, wie wir es ihm vorleben.

Ist es wirklich wahr, dass unser Kind uns absichtlich ignoriert und ärgern will?
Nein! Unser Kind will uns nicht ärgern. Kinder sind soziale Wesen und wollen kooperieren.

Erziehen ohne Schreien

Warum es mit nett sein nicht funktioniert:

Wie kommt es, dass unser Kind nicht auf uns hört? Außer es geht um Süßigkeiten, Spielen, Filme schauen,…
Ein schönes Modell haben Wilfried und Astrid Brüning in ihrem Film „Wege aus der Brüllfalle“ entwickelt. Dieser Film ist absolut lohnend. Er zeigt Eltern in ganz alltäglichen Katastrophen. Wie sie sich verhalten und wie sie dadurch die „Widerspenstigkeit“ ihrer Kinder geradezu hervorrufen. Ich habe mich manches Mal wiedererkannt und ertappt gefühlt. Nun weiß ich, wie es besser geht. 😉

Kinder sind „Hüllenwesen“

Im Film wird gezeigt, dass Kinder von einer „Hülle“ umgeben sind. Diese Hülle schützt die Kinder vor äußeren Störungen, damit sie beim Spielen ungestört in ihrer eigenen Welt sein können.
Spielen ist für die kindliche Entwicklung unendlich wichtig. Spielen ist Lernen. Spielen ist Entfaltung. Spielen ist Entdeckung. Im Spiel setzen sich Kinder intensiv mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinander.

Die Hülle rund um das Kind wirkt wie ein Filter und schirmt sie vor „unerwünschten“ Einflüssen von außen ab. Dazu gehört alles, was das Kind bei seiner Beschäftigung stört: Aufforderungen der Eltern, zum Essen zu kommen; das Zimmer aufzuräumen; den Tisch zu decken.

Hierzu fällt mir auf, dass gerade „ADHS-Kinder“ ganz besonders dazu neigen, in ihrer Hülle, ihrem eigenen Raum unterzutauchen. Sie hyperfokussieren geradezu, aber nur auf das, was sie wirklich interessiert.

Was können wir tun, damit unser Kind auf uns hört?

Wenn wir Eltern verstehen, dass Kinder„Hüllenwesen“ sind, wird der Familienalltag gleich viel entspannter.
Wir nehmen es unserem Kind dann nicht mehr übel, wenn es auf unseren Wunsch nicht reagiert, weil wir ja wissen, dass es uns nicht absichtlich provoziert. Wir rechnen gar nicht damit, dass unser Kind sofort gehorcht, weil uns klar ist, dass Kinder etwas Wichtigeres zu tun haben, als die Bitten ihrer Eltern zu erfüllen. 😉

Den Kontakt zum Kind aufnehmen

Damit unser Kind uns wahrnimmt, müssen wir in seinen Raum, in seine Hülle, eintreten. Wir begeben uns auf die Augenhöhe des Kindes, berühren es und nehmen Blickkontakt auf. Dann – und erst dann! – merkt unser Kind, dass wir da sind und dass uns unser Anliegen wirklich wichtig ist.
Ja, am Anfang ist es ungewohnt und manchmal auch lästig, unsere Tätigkeit zu unterbrechen und zu unserem Kind zu gehen, anstatt quer durchs Haus zu rufen. Konsequent angewandt, ist diese Methode, unser Kind zu erreichen, viel wirkungsvoller, effektiver und Nerven schonender.
Vor allem verhalten wir uns respektvoll und freundlich. So, wie wir als Eltern immer sein wollten.

Klar kommunizieren

Auch, wenn es uns nicht immer gefällt, müssen wir für unser Kind als Autoritätsperson sichtbar sein. Schließlich ist unser Kind darauf angewiesen, dass wir den Weg kennen und ihm Halt und Schutz vermitteln.

Wirksam auffordern

  • Klare, kurze und konkrete Anweisungen sind wirksamer, als viele Worte und Diskussionen: „Mach jetzt deine Englisch – Aufgaben, dann hast du danach noch Zeit zum Spielen.“ 
  • Sei bestimmt in dem, was du erwartest: Nicht bitten oder betteln, wenn du Anweisungen gibst. So besser nicht: „Es wäre schön, wenn du diesmal deine Hausaufgaben ohne Murren erledigen würdest.“ Das ist keine klare Aufforderung, außerdem schwingt ein Vorwurf mit.
  • Bestehe darauf, dass dein Kind deine Anweisung erfüllt.
  • Gib möglichst wenige Anweisungen. Dein Kind schaltet sonst auf Durchzug. Vermeide Diskussionen und lange Erklärungen.
  • Sage nicht, womit dein Kind aufhören soll, sondern was es stattdessen tun soll: Nicht „Brüll nicht!“ Sondern „Sprich leise!“
  • Verständnis wirkt Wunder: Versetze dich in die Lage deines Kindes. Es soll sein spannendes Spiel unterbrechen und stattdessen die langweiligen Hausaufgaben machen. Da kann man verstehen, dass das Kind genervt ist und nicht gerade begeistert reagiert. „Ich verstehe, dass du jetzt gerne weiterspielen möchtest. Es geht leider nicht anders, jetzt sind die Hausaufgaben dran, und danach kannst du weiterspielen.“
  • Und zum Schluss. Loben und Anerkennen!
    „Ich freue mich sehr, dass du ohne Murren dein Spiel unterbrochen und deine Hausaufgaben so zügig erledigt hast.“ „Toll, wie du jetzt immer deine Jacke an den Haken hängst.“

Das waren einige Tipps und Tricks, die dir dabei helfen, dass dein Kind auf dich hört und tut, was du sagst.  

Schon kleine Veränderungen können viel bewirken!

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