ADHS, eine Zerreißprobe für die Partnerschaft

ADHS_Partnerschaft

Susanne macht sich Sorgen um Kai. Wenn sie ihren fünfjährigen Sohn vom Kindergarten abholt, hört sie fast jedes Mal Klagen über seine „Untaten“: Er könne sich nicht in die Gruppe einfügen, und schon am Morgenkreis will er nicht teilnehmen. Es kommt vor, dass er Kinder beim Vorbeigehen schubst und anrempelt. Manchmal beißt er sogar aus heiterem Himmel ein Kind. Jetzt graut es Susanne davor, wenn Sie Ihren Sohn am Nachmittag abholt: „Was hat er diesmal wieder angestellt?“

Zu Hause läuft‘s gut

Zu Hause kommt Susanne klar mit ihrem Wirbelwind. Sie fühlt sich in Kai ein und kann so vielen Konflikten vorbeugen. Das fällt ihr nicht allzu schwer, denn sie selbst ist hochsensibel und war als Kind in ihrem Verhalten Kai recht ähnlich. Auch sie fühlte sich damals in Kindergruppen oft überfordert und hatte das Bedürfnis, sich zurückzuziehen. Kai zeigt seine Überforderung eben dadurch, dass er Kinder schubst oder auch mal zubeißt. Susanne ist überzeugt, dass er mit der Zeit sein Verhalten ändern wird. Wenn er sich nur sicher und geborgen fühlt und sein Bedürfniss nach zeitweiligem Rückzug erkannt werden.

Regeln einhalten bei ADHS?

Klar, Kai fällt es schwer, sich an Regeln zu halten, besonders wenn er sie nicht einsieht. Auch hier gibt sich Susanne Mühe und erklärt ihm jedes Mal geduldig, warum es bestimmte Regeln gibt. Susanne weiß, dass sie ihren Sohn erreicht, wenn sie ihm wertschätzend begegnet und seine Bedürfnisse so weit wie möglich erfüllt. Mit Anweisungen kann sie ihm nicht kommen, denn dann macht Kai dicht oder rastet aus. Dafür hat Susanne Verständnis und stellt sich auf die besonderen Bedürfnisse von Kai und sein ADHS ein. Allerdings kostet es sie viel Energie.

Jeden Tag derselbe Streit

Am Ende des Tages fühlt sie sich erschöpft und ist am Ende ihrer Kraft. Wenn ihr Mann endlich von der Arbeit kommt, wünscht sie sich, dass er sich mit Kai beschäftigt, damit sie ein paar Minuten für sich hat. Dann beim Abendessen erzählt Susanne, was im Kindergarten wieder vorgefallen ist. Sie möchte nur, dass Peter ihr zuhört und sie versteht.
Was passiert stattdessen? Peter explodiert: „Du gibst Kai immer nach. Kai muss endlich lernen, sich anzupassen und Regeln zu befolgen!“ Susanne fühlt sich angegriffen und die Sache eskaliert. Wieder einmal werfen sich die beiden Vorwürfe an den Kopf. Es wird laut, bis Kai weint und das Zimmer verlässt.

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Überforderung durch ein „ADHS-Kind“

Schauen wir uns die Situation an: Peter hatte ebenfalls einen anstrengenden Tag. Er wünschte sich beim Nachhause Kommen eine liebevolle Begrüßung von Susanne und hätte sich dann gerne ein wenig zurückgezogen, um erstmal runterzukommen. Beide, Susanne und Peter, suchten gegenseitiges Verständnis und Unterstützung. Im Grunde waren beide vom langen Tag mit all seinen Herausforderungen überfordert und nicht mehr in der Lage empathisch zu reagieren. Das ist erstmal ganz normal, und es geht es den meisten Eltern immer wieder so. Hat das Kind in der Familie allerdings ADHS, kommen ganz andere Herausforderungen hinzu.

Bei ADHS: Machtworte oder Empathie?

Mit Machtworten, wie Peter es sich vorstellt, ist es nicht getan. Die Begleitung von einem Kind mit ADHS erfordert tatsächlich besonders viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Ausdauer. Das macht Susanne richtig!
Allerdings sind Kinder mit ADHS auf eine klare und eindeutige Ansprache angewiesen. Hierzu müssen Eltern sehr klar sein, in dem was sie ausdrücken und bewirken wollen. Diese Klarheit ist nicht selbstverständlich, denn oft kommunizieren wir aus dem Bauch heraus. Und je nach Tagesform sind wir klar oder eben nachgiebig und unsicher. Nicht nur in unseren Worten, sondern auch mit unserer Körpersprache. Und Kinder merken sofort, ob Eltern wirklich meinen, was sie sagen.
Um bewusst zu kommunizieren, brauchen wir klare Regeln, die auf unseren Werten beruhen. Dazu braucht es Kraft, unserem durchsetzungsstarken Kind ein standhaftes Gegenüber zu sein.

Unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung

Was jetzt folgt klingt nach einem Klischee, aber es sind meine Beobachtungen aus mehreren hundert Coachings. (Nun will ich aber keine Vorurteile nähren: Natürlich gibt es sehr verständnisvolle Väter und Mütter, die wenig geduldig sind.)
Mütter haben viel Verständnis für Schwächen, Stärken und Besonderheiten ihres ADHS-Kindes. Sie leiden mit und wollen alles tun, um ihrem Kind zu helfen. Eine Rolle spielt auch die Scham, dem Kind nicht alles geben zu können, was es zu seiner Entwicklung braucht. Väter haben eher die Erwartung, dass ein Kind einfach mal tun soll, was man ihm sagt. ADHS hin oder her. Und sie fühlen sich leicht provoziert und nicht respektiert, wenn das Kind nein sagt.

Glaubenssätze über Erziehung

Diese Männer haben in ihrer eigenen Kindheit erfahren, dass die Erwartungen der Eltern erfüllt werden müssen. Und Zuwiderhandlungen wurden bestraft. Im Coaching erforschen wir, woher die Vorstellungen über Erziehung – die zunächst meist unbewusst waren -kommen. Danach erarbeiten wir, welche Werte beiden Partnern wichtig sind. Darauf basierend definieren wir Familienregeln. Denn beide haben auf ihre Weise Recht: Susanne mit ihrer Einfühlung und auch Peter, der meint, dass ihr Sohn lernen muss, Regeln zu befolgen.

Gesunder Egoismus

Welche Bedürfnisse hast du und welche dein Partner?

Im Coaching untersuchen wir, ob die persönlichen Bedürfnisse beider Partner erfüllt sind.

  • Was war dir wichtig, bevor du eine Familie gegründet hast?
  • Was gibt dir Kraft und neue Energie?
  • Lebst du nährende Freundschaften außerhalb deiner Partnerschaft?
  • Welche Tätigkeit macht dir Freude?
  • Erfährst du im Beruf Sinn und Zufriedenheit?

Erst wenn die persönlichen Bedürfnisse, die ja zum Wesenskern eines Menschen gehören, (halbwegs) erfüllt sind, fühlen wir uns erfüllt und zufrieden. Und diese Zufriedenheit ist wiederum ein Geschenk für die ganze Familie.

Unterstützt euch gegenseitig, eure Bedürfnisse zu erfüllen und findet Wege, diese unter einen Hut zu bringen. Denkt immer dran, dass euer Kind heranwächst, Fortschritte macht, und ihr mehr und mehr eure Freiräume zurückgewinnen werdet.

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