Astrid Lindgren: Beste Freundin der Kinder

Astrid_Lindgren

Unzählige Stunden habe ich es mir mit Büchern von Astrid Lindgren in meinem Kinderzimmer gemütlich gemacht, auf dem Bett mit der orangen Tagesdecke aus den 70er Jahren.
Ich erinnere mich noch gut, wie ich eingetaucht bin in die Welt von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, den Brüdern Löwenherz, Madita, den Kindern aus Bullerbü und allen anderen Helden aus Astrid Lindgrens wundervollen Geschichten.

Das dicke blaue Buch

Als mein Bruder und ich noch kleiner waren, las uns unsere Mutter vor dem Einschlafen oft aus einem dicken blauen Buch vor: „Astrid Lindgren erzählt.“ Von den Geschichten konnten wir nicht genug bekommen.

  • Da gab es die temperamentvolle Lotta aus der Krachmacherstraße.
  • Wir fühlten mit Pelle, der so unglücklich ist, dass er zu Hause auszieht.
  • Wir hörten von dem Jungen Bertil, der sich durch einen Zauber so klein machen konnte, dass er in die Wohnung einer Maus gelangt. So ist Bertil nicht mehr allein, wenn seine Eltern bei der Arbeit sind.
  • Besonders  bezauberte mich die Geschichte von zwei Geschwistern, die nachts auf einem zugefrorenen See inmitten von Kopenhagen kunstvoll ihre Runden ziehen.
  • Ach ja, und dann erinnere ich mich noch an die Erzählung über Britta-Kajsa, die sich sehnsüchtig eine Puppe wünscht. Eines Tages schenkt ihr ein merkwürdiges Männchen einen Samen, den sie in die Erde im Blumenbeet steckt. Und siehe da, nachdem sie den Samen jeden Tag ordentlich gießt, wächst ein lockiger Puppenkopf durch die Erde. Die wunderschöne Puppe Mirabell, die zudem noch sprechen kann.

Vielleicht kennst du die eine oder andere dieser Geschichten auch?

Das dicke blaue Buch ist immer noch in unserer Familie. Es ist inzwischen ziemlich vergilbt, und der Schutzumschlag ist nicht mehr vorhanden. Immerhin ist das Buch über vierzig Jahre alt.
Meine Kinder liebten das Buch genauso sehr, wie ich, als ich ein Kind war. Sogar als sie selber lesen konnten, verlangten sie, dass ich ihnen daraus vorlese.
Mit der Zeit kamen noch weitere Werke von Astrid Lindgren in unsere Büchersammlung:  Die Bilderbücher „Wir Kinder aus Bullerbü“, „Tomte und der Fuchs“ und die großen Romane „Ronja Räubertochter“, „Mio, mein Mio“ und einige andere.
Mir wird nicht langweilig, diese Geschichten immer wieder zu lesen. Sie sind so unterschiedlich im Charakter: Vom traurigen Märchen, das mit dem Tod endet, bis zum unbeschwerten Leben der Kinder von Bullerbü. Die Geschichten sind zeitlos und heute noch genauso aktuell wie vor Jahrzehnten, als Astrid Lindgren sie erzählte.

Antworten auf Fragen, die Kinder bewegen

Warum ziehen uns diese Geschichten immer wieder in ihren Bann? Astrid Lindgren wusste, wie sich Kinder fühlen. Sie versetzte sich in die Welt ihrer Kindheit zurück. Es sind echte und tiefe Gefühle, über die sie schreibt: Freude, Sehnsucht, Kummer und auch den Tod spart sie nicht aus. Den großen Themen des Lebens begegnet sie mit Ernst und zugleich mit Humor. Kinder fühlen sich angesprochen und ernstgenommen. Astrid Lindgren gibt Antworten auf die wichtigen Fragen, die Kinder bewegen.

Zur Zeit von Astrid Lindgren, also ungefähr vor 50 bis 80 Jahren, war  ADHS sicher unbekannt. Wenn wir uns die kleinen Helden ihrer Geschichten anschauen, könnten wir auf den Gedanken kommen, dass es einige Gemeinsamkeiten zum heutigen ADHS gibt. Natürlich waren es andere Zeiten. Vermutlich wuchsen die Kinder freier und weniger umsorgt und behütet auf. Auf der anderen Seite erwarteten die Erwachsenen Disziplin und Gehorsam. Ein bisschen kenne ich das selbst noch aus meiner Kindheit.

Astrid Lindren Geschichten von besonderen Kindern

Kinder, die aus dem Rahmen fallen

Astrid Lindgren schreibt über Kinder, die besonders sind und aus dem Rahmen fallen. Es sind sicher keine ganz „normalen“ Kinder. Sonst wären die Geschichten ja lange nicht so spannend. Astrid Lindgrens ließ eigene Erlebnisse aus ihrer Kindheit in ihre Geschichten einfließen. Manche der kleinen  Helden ähneln  Menschen aus ihrer Familie. So waren wohl ihr Vater und auch ihr Bruder ein wenig wie Michel. Nur nicht ganz so schlimm…

Aber lies selber. Vielleicht entdeckst du Ähnlichkeiten zu deinem Wirbelwind oder deinem Träumerchen?

Michel treibt mehr Unfug, als es Tage im Jahr gibt

Der fünfjährige Michel sieht vielleicht aus wie ein Engel, aber er jeder weiß, dass er wild und stur ist. Er ist ein erfinderischer kleiner Junge, dem es gelingt, das gottesfürchtige und ordentliche Småland auf den Kopf zu stellen. Michels Streiche sind lustig und niemals bösartig, denn Michel hat einen guten und freundlichen Charakter. Er kann es nämlich nicht aushalten, andere leiden zu sehen und tut alles, um anderen zu helfen. In bester Absicht handelt er nach seinen eigenen Vorstellungen, ohne Respekt vor sozialen Hierarchien oder Autoritäten. Das führt natürlich immer wieder zu Problemen. Gut, dass seine Mutter an ihn glaubt und ihn immer verteidigt. Als Michel erwachsen ist, wird er sogar Gemeindevorsteher. Wer hätte das gedacht!

„Unfug denkt man sich nicht aus, Unfug wird’s von ganz allein.”

Lotta kann fast alles

Lotta wächst mit zwei Geschwistern in einer bürgerlichen Kleinstadt auf. Die drei Geschwister haben viel Spaß miteinander. Der Vater sagt oft, Lotta sei störrisch wie eine alte Ziege.
Lotta hat viele Ideen und ist davon überzeugt, dass sie fast alles kann. Wie viele Fünfjährige ist sie eigensinnig, furchtlos, selbstsicher und manchmal wütend. Gleichzeitig ist sie fröhlich, freundlich, großzügig und erfindungsreich. Oft kann sie die Probleme der ganzen Familie auf ihre eigene Art lösen

„Mir ist es komisch. Ich kann so viel!“

Pippi Langstrumpf, die Stärkste von allen

Pippi Langstrumpf lebt mit ihren neun Jahren ganz allein in der Villa Kunterbunt in einer winzig kleinen Stadt. Gesellschaft leisten ihr das Äffchen Herr Nilson und ihr Pferd Kleiner Onkel. Außerdem besitzt Pippi einen ganzen Koffer voller Goldstücke.
Pippi ist ein merkwürdiges Mädchen, und sie ist das stärkste Mädchen auf der Welt. Unabhängig von den Erwachsenen kommt sie bestens allein zurecht. Pippi macht nur, was sie für richtig hält. Auf Erwachsene, die ihrer Meinung nach keinen Respekt verdienen, hört Pippi nicht. Sie lebt in völliger Freiheit, und sie hat viel Selbstvertrauen.

„Wunderbar! Bezaubernd!“ „Was findest du so bezaubernd?“, fragte Tommy. „Mich“, sagte Pippi zufrieden.

Ronja Räubertochter und ihr Urvertrauen

Ronja lebt im Einklang mit der Natur. Geboren wurde sie als ein Gewitter tobte, das die Burg ihrer Familie in zwei Teile spaltete.
Wenn Ronja durch Wälder und Wiesen streicht, spricht sie mit den Pflanzen und Tieren. Sie besitzt ein tiefes Vertrauen in die Natur und ins Leben.
Ihre Mutter lässt sie in Freiheit aufwachsen und unterstützt Ronja darin, ein eigenes Gespür für Richtig und Falsch zu entwickeln. Ronja ist mutig, einfühlsam und besitzt ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Wenn sie etwas als falsch empfindet, sagt sie das, auch wenn es zu Reibereien mit ihren Liebsten führt.

„Hüte dich vor den Wilddruden und den Graugnomen und den Borkaräubern“, sagte Mattis. „Woher soll ich wissen, wer die Wilddruden und die Graugnomen und die Borkaräuber sind?“ fragte Ronja. „Das merkst du schon“, antwortete Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja.

Diese wundervollen Geschichten inspirieren mich und machen mir Mut. Sie erzählen von echtem Leben, Aufrichtigkeit, tiefen Gefühle und Vertrauen ins Leben.
Die kleinen Helden aus Astrid Lindgrens Geschichten haben wundervolle Stärken. Ich sehe viele Parallelen zu den sogenannten „ADHS-Kindern“. Es wäre zu schade, wenn diese Stärken „wegtherapiert“ würden. Vielleicht gelingt es uns, die Kinder ein bisschen mehr mit den Augen von Astrid Lindgren betrachten?

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